Populäre Darstellungen von ’89 und historisch-politische Bildung


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Das historische Teilprojekt an der Universität Freiburg rückt die Vielfalt des populärkulturellen Erinnerns an die Umbruchszeit in den Mittelpunkt. Untersucht werden populärkulturelle Aneignungen von ’89, die von Roman, Film und Comic über Theater und Popmusik bis zu Präsentationen im Internet oder im Rahmen von Gedenktagen (etwa das Leipziger Lichtfest) reichen.

Im Projekt wird danach gefragt, ob und wie in der populären Geschichtskultur ergänzende und/oder konkurrierende Deutungen zum erinnerungskulturell dominierenden Narrativen eine Bühne finden.

Im Rahmen des Projekts wird zunächst eine Bestandsaufnahme populärer Geschichtspräsentationen zu ’89 erstellt. Auf dieser Grundlage werden exemplarisch Geschichtsbilder und -deutungen von ’89 rekonstruiert. Ein Schwerpunkt wird auf Romanen und Texten der sog. 89er Generation liegen, also auf Autoren und Autorinnen, die zum Zeitpunkt des Umbruchs Kinder oder Jugendliche waren und seit den Nullerjahren verstärkt in den Diskurs über ’89 eintreten.

Wie 1989/90 im Osten wie im Westen der Republik erinnert wird, ist eine weitere Perspektive des Projekts, um die Umbruchszeit auch in einer gesamtdeutschen Perspektive zu fokussieren. Dabei wird zu diskutieren sein, ob und wie populäre Geschichtsdarstellungen auch für die historisch-politische Geschichtsvermittlung fruchtbar gemacht werden können.

Aktuelle Veröffentlichungen

Anna Lux & Alexander Leistner (2021): Von der Uneindeutigkeit des Widerstands. Um- und Neudeutungen der „Friedlichen Revolution“ seit 1989, in: Jörg Ganzenmüller (Hrsg.): Die revolutionären Umbrüche in Europa 1989/91: Deutungen und Repräsentationen. Köln/Weimar/Wien: Böhlau (im Erscheinen).

Anna Lux (2021): „Ich komm’ aus Karl-Marx-Stadt / Bin ein Verlierer, Baby / origina(l)Ostler“. Der Osten als Ort pluraler Beheimatung in der Populären Musik seit 2000, in: Alexander Leistner/Monika Wohlrab-Sahr (Hrsg.), Das umstrittene Erbe von 1989, Köln/Weimar/Wien (im Erscheinen).

Jonas Brückner (2021): Brüche, S-Bahn-Surfen, Neuanfänge. Populäre Repräsentationen von 89/90, in: Alexander Leistner/Monika Wohlrab-Sahr (Hrsg.), Das umstrittene Erbe von 1989, Köln/Weimar/Wien (im Erscheinen).

Anna Lux; Greta Hartmann; Alexander Leistner & Christina Schwarz (2021): Vom Sichtbarwerden des (Un-)Sichtbaren im Modus des Populären. Popularisierung, Populismus, Geschichtsvermittlung – und 1989. In: Marcus Böick, Constantin Goschler und Ralph Jessen (Hrsg.): Jahrbuch Deutsche Einheit 2021. Berlin: Ch. Links Verlag (im Erscheinen).

Anna Lux & Alexander Leistner (2021): „Letztes Jahr Titanic“. Erfahrung und Erwartung mit Untergängen in der ostdeutschen Umbruchsgesellschaft, in: Historische Anthropologie 29 (1), S. 98-124.

Anna Lux (2021): Rez. zu Rainette Lange, Erzählen vom Umbruch. Die "Wende" von 1989 in der deutschen und tschechischen Gegenwartsliteratur, Wien: Böhlau Verlag 2020. In: H-Soz-Kult, 18.3.2021, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-93681>.

Anna Lux (2021): Rez. zu Kerstin Brückweh u.a., Die lange Geschichte der "Wende". Geschichtswissenschaft im Dialog, Berlin: Christoph Links Verlag 2020. In: H-Soz-Kult, 7.6.2021, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-93363>.

Anna Lux (2020): Gespräch mit der franko-kanadischen Soziologin und Autorin Barbara Thériault über ihr Buch „Die Bodenständigen“ (2019) im Rahmen der Online-Buchmesse 2020 <www.facebook.com/edition.ueberland/videos/470544943922208/>.

Jonas Brückner (2020): Vom Ende der Geschichte zu den vielen Geschichten. 30 Jahre „89/90“ in Pop und Punk, erschienen auf der Projektwebsite <www.89goespop.de>.